Kein Krampf in der Bierstadt Traunstein

So deutliche Worte haben sich die Traunsteiner schon lange nicht mehr anhören müssen wie bei ihrem diesjährigen Starkbierfest im historischen Saal des Hofbräuhaus Traunstein vergangenen Samstag.

„Kein Craft kein Krampf, das Reinheitsgebot langt zum Bierbrauen!“
Bräu Maximilian Sailer in amerikanischer Flagge und „Uncle Sam“ Hut machte bei der Begrüßung deutlich, dass die Bierstadt Traunstein ihrem Namen bisher wenig gerecht wurde und auch die Craft-Bier-Welle nach amerikanischem Vorbild angesichts des 11. Gebotes, dem Bayerischen Reinheitsgebot, überflüssig sei.

Anzapfen 2

Flankiert von Bierkönigin Marlene Speck und Miss Chiemgau Bettina Scheiwein sowie unterstützt von Seniorbräu Bernhard Sailer zapfte schließlich OB Kegel den kräftigen dunklen Bock im vollbesetzten Saal vor illustren Gästen aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur an. An ihn ging heuer auch der Orden für Nix und Wieder Nix.

Anzapfen 5

Stellvertretend für die „diskussionsfreudigen Bedenkenträger“ in der Stadt, die wichtige Neuerungen und Änderungen durch langwierige Diskussionen und amtsdeutsche Formulierungen bis zur Unmöglichkeit hinauszögern überreichte Franz-Josef Fuchs im diesjährigen Auftritt des NUTS  eine Unterschriftensammlung der „BTB“ Besorgte Traunsteiner Bürger an „Vorzimmer-Rentnerin“ Christa Fuchs. Kommentiert wurden die aktuellen Themen des Stadtgeschehens vom Traunsteiner Urgestein Willi Schwenkmeier als heiligem Petrus: Landesgartenschau, drohende Schließung
des Club Kafka, Vergabe von Schulessen an weit entfernte Caterer – all dies sei Folge von fehlender Risiko- und Entscheidungsfreude, aus der man dringend herausfinden müsse.

HB-TS-Starkbierfest 2016- Auftritt NUTS 2

Echter Höhepunkt im bunten Programm des Abends mit musikalischer Gestaltung durch die Traunsteiner Stadtkapelle war die humorvolle Starkbierrede von Albert Rosenegger, der seit 2006 das erste Mal wieder in dieser Rolle auftrat. Mit geschliffenem Wortwitz und bayerischer Gesinnung wurde die anwesende Politikprominenz nach allen Regeln der Kunst derbleckt.
Die Traunsteiner würden den „Virus der Dumpfheit“ übertragen und als unverbesserliche Gutmenschen ihre eigenen Entschlüsse nicht durchführen.

HB-TS-Starkbierfest 2016- Auftritt Albert Rosenegger

Als wichtiges Thema der Zeit griff er die Zuwanderungsproblematik auf, hier spreche man nun schon von „Willkommensangst“, ein Heiratsantrag würde wohl bald eher einem Asylantrag gleichen und es sei nicht einfach den Wertekatalog der Wohlstandsgesellschaft mit Übergewicht und Bluthochdruck zu erfüllen, wenn Bier und Leberkäs dem Muselmann verboten sei.
Eine „großartige“ Prognose für die Zukunft erstellte Rosenegger
zum Schluß für die gesamte Chiemseeregion: in etwa 8000 Jahren wäre der See schließlich verlandet, der Tourismuschef Semmelmayer überflüssig und das so gewonnene Bauland für riesige Einkaufszentren ersetze Berge und Almen und die damit verbundenen Rechtstreitigkeiten mit Kuh- und Kirchenglocken sowie die Tradition.

HB-TS-Starkbierfest 2016- Bierkönigin-Maximilian Sailer-Miss Chiemgau